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Wie schön, es geht doch!

Keinesfalls wollen wir nur meckern, oh nein. In dieser Rubrik gibt es Beispiele für eine gelungene Kombination der Themen Fußball und Geschlecht, für Maßnahmen gegen Sexismus oder Homophobie im Fußball usw.

Eigentlich ganz normal, dass auch Mädchen Fußball spielen - das dachten sich wohl auch die Leute von Kellogg's: Als Gimmick gibt es im Moment einen Hackiesack und dabei ist eine Gebrauchsanweisung, auf der auch ein kleiner Mensch mit Zopf spielt. Wir finden: Wie schön, es geht doch! - Und es ist so einfach.

PS: nächstes mal wünschen wir uns dann nicht nur männlich wirkende Personen, sondern auch eine Spielerin auf den sechs verschiedenen Hackiesacks - aber das hier ist ja ein schöner Anfang!

Stadionordnung St. PauliStadionordnung St. Pauli

Nicht nur rassistische Diskriminierungen, sondern auch die Dimension Geschlecht oder Sexualität finden in manchen Stadionordnungen Beachtung:

So heißt es in der Stadionordnung von St. Pauli:

"Verboten ist den Besuchern...

a)   Parolen zu rufen, die nach Art oder Inhalt geeignet sind, Dritte aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe, Religion oder sexuellen Orientierung zu diffamieren

b)   Fahnen, Transparente, Aufnäher oder Kleidungsstücke zu tragen oder mit­zuführen, deren Aufschrift geeignet ist, Dritte aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Haut­farbe, Religion oder sexuellen Orientierung zu diffamieren oder deren Aufschrift Symbole verfassungsfeindlicher Organisationen zeigt.

Personen, die gegen die Vorschriften der Stadionordnung verstoßen, können ohne Entschädigung aus dem Stadion verwiesen und mit einem Stadionverbot belegt werden. Besteht der Verdacht einer strafbaren Handlung oder einer sonstigen Ordnungswidrigkeit, so kann Anzeige erstattet werden."

... und das macht nicht nur der FC St. Pauli.

Eintrittskarte Fortuna Eintrittskarte Fortuna

Ebenso gut wie auf Tafeln im Stadion ist sowas auf Eintrittskarten platziert. Bei Fortuna Düsseldorf, Babelsberg 03 u.a. heißt es so oder ähnlich:

"Es ist verboten, Parolen zu rufen, die nach Art oder Inhalt Dritte aufgrund ihrer Hautfarbe oder Religion, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung diffamieren."

Wir finden: Das ist gut - und ausbaufähig!

 

Zum Jahresende 2007 zwei Pressemeldungen:

„Ich lebe gerne in einer liberalen, offenen Gesellschaft“ – Nationalspieler Philipp Lahm im schwulen Lifestyle-Magazin FRONT über Homosexualität und Fußball

Im Interview mit dem neuen Lifestyle-Magazin für Schwule FRONT (Ausgabe Januar/Februar) äußert sich Philipp Lahm als erster Nationalspieler zum Thema Homosexualität. Der Profi-Fußballer betonte, er selbst kenne niemanden in der Bundesliga, der schwul wäre. „Es gibt viele Dinge, die jeder für sich entscheiden muss. Dazu gehört, ob man sich outet oder nicht“, sagte Lahm zu FRONT. Ein „Zwangsouting“ von Spielern lehne er ab. Der Außenverteidiger des FC Bayern München äußerte Zweifel, „ob es unbedingt gut wäre, wenn sich ein einzelner Fußballspieler outen würde“. „Der Punkt ist: In der Bundesliga wäre er der Erste. Er würde sich exponieren, das mediale Interesse wäre groß, und wie ginge die Geschichte weiter?“ Die Situation im Fußball ist nach Einschätzung von Philipp Lahm auch „viel archaischer“ als in der Politik: „Bei Auswärtsspielen unterstützen die Fans ihre Mannschaft extrem und da geht es nicht immer politisch korrekt zu. Es wird nach den Schwächen der einzelnen Spieler gesucht und damit muss sich dann die ganze Mannschaft auseinandersetzen.“ Für Lahm selbst ist das unverständlich: „Wenn ein Spieler schwul ist, ist er trotzdem mein Mannschaftskollege, und für mich würde sich im Umgang mit ihm nichts ändern“. Auch im privaten Umfeld ist für den Nationalspieler Homosexualität „kein Thema“: „Ich registriere das nicht, für mich geht es darum, welche Ansichten jemand hat und ob er sich vernünftig verhält. Ich lebe gerne in einer liberalen, offenen Gesellschaft, in der ein tolerantes Miteinander ohne diskriminierende Vorurteile möglich ist.“

 

Das große Tabu: Homosexuelle Fußballstars/DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger will das Coming-out von lesbischen und schwulen Sportlern unterstützen

Ein schwuler Bundesligafußballer? Eine lesbische Nationalspielerin? Was es laut Statistik dutzendfach geben müsste, existiert in Deutschland bisher nicht: Kein Fußballstar ist offen homosexuell. Zu groß ist die Angst vor negativen Auswirkungen. Jetzt bricht DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger ein Tabu. Erstmals spricht er öffentlich über Lesben und Schwule im deutschen Fußball. „Ich kann niemanden zur Zivilcourage zwingen“, sagt Zwanziger gegenüber der Zeitschrift „L-Mag“, Deutschlands einzigem Magazin für Lesben. Das Coming-out einer Spielerin oder eines Spielers würde der DFB-Präsident ausdrücklich begrüßen: „Sicherlich wäre es wünschenswert, dass jemand mal den Mut hätte, es zu sagen.“ Theo Zwanziger garantiert: Er selbst und der Deutsche Fußballbund würden jede lesbische Spielerin und jeden schwulen Spieler beim Coming-out unterstützen. Die Diskriminierung von Homosexuellen im Fußball ist vielfältig: schwulenfeindliche Gesänge in den Fankurven, Mobbing in Vereinen und Mannschaften.

Das will der DFB energisch bekämpfen. So gibt es bereits Kontakte zum schwullesbischen Sportverband EGLSF (European Gay and Lesbian Sport Federation). Eine „Erklärung gegen Diskriminierung im Fußball“ hat der DFB erst kürzlich unterzeichnet. Im Interview mit „L-Mag“ verspricht Theo Zwanziger, dass der DFB die Aufklärung über Lesben und Schwule bei Trainern, Schiedsrichtern und in den Vereinen tatkräftig unterstützen wird.

Das Exklusiv-Interview mit DFB-Präsident Zwanziger veröffentlicht das Lesben-Magazin „L-Mag“ in der Januar-Ausgabe, die am 21. Dezember erscheint. Die Titel-Story: TV-Star Anne Will und ihr Bekenntnis, lesbisch zu sein. Der bekanntesten ARD-Moderatorin hat ihr Coming-out in keiner Weise geschadet. Warum sollte das bei Fußball-Stars anders sein? Infos: www.L-Mag.de

Auch ein positives Beispiel gefunden, das wir kennen sollten? Her damit! info@f-in.org


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