Kurios und ärgerlich
Wie die Überschrift sagt - manchmal wissen wir nicht genau, ob wir uns ärgern oder nur noch lachen soll. Wahrscheinlich beides ...
klobige SchuheAngst vor Frauen in klobigen Schuhen,
die rauchen, laut reden und - Himmel, hilf - auch noch Fußball spielen, treibt Jan-Hendrik Dany vom Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag um. Für eine kleine Zeitreise geschätze 100 Jahre zurück, klicke man und frau bitte hier.
Als Antwort fragt Tomma Schröder: „Sind boxende oder Fußball spielende Frauen unweiblich? Verschwindet mit ihnen die Weiblichkeit?“. Zum Artikel „Neue Runde im Geschlechterkampf“
"Prävention? Kumpanei? Wahnsinn?" fragt die Schweizer Wochenzeitung angesichts der Tatsache, dass der jetzige Präsident der Sicherheitskommission der Swiss Football League früher Stripperinnen-Party für rechte Hools organisierte - als pädagogische Maßnahme. Die Geschichte dazu hier.
Kurios (wenn nicht ärgerlich) finden wir die Seite www.herthafreundin.de – siehe dazu unsere Pressemitteilung „Frauen wollen Fußball, keine Beautytipps - Hertha BSC greift in die Mottenkiste“.
Und auch Fortuna Düsseldorf meint, mit der Seite Fortuna Geflüster neue (weibliche?) Kundenkreise erschließen zu können. Über dumme sexistische Klischees à la Best Body Wahlen (da geht es um Spielerkörper), Kochrezepte etc. kommt die Seite aber nur in der Rubrik "der 12. Mann" hinaus (Warum eigentlich der 12. Mann? ach lassen wir das...). Dort geht es in Wort und Bild einfach um Menschen, die ins Stadion gehen.
Hier die angemessen bissige Stellungnahme des Supporters Club Düsseldorf dazu: "Schluffmarie: Kochen, Einkaufen, Maul halten!".
Ein Nachtrag dazu: Entgegen der urspünglichen Darstellung wendet sich die monatlich aktualisierte Seite inzwischen keineswegs nur an Frauen und wird so deutlich erträglicher. Dass Frauen beim Fußball nicht als etwas Besonderes behandelt, sondern einfach Fans vorgestellt werden, wäre fast schon einen Eintrag in unserer Rubrik Wie schön, es geht doch! wert.
50 Jahre Frauen und Fußball - eine Zeitreise mit der Abendzeitung
Kürzlich ist der "Frauen-Fußball-Treff", ein Angebot der Nürnberger Volkshochschule, mit dem Weltbild eines Abendzeitung-Redakteurs kollidiert.
Lapidarer Kommentar einer Teilnehmerin des Treffs, die schon 1957 in Nürnberg Fußball spielte: "Das gleiche Zeug haben die schon von 50 Jahren geschrieben."
Eintritt und dumme Sprüche gratis
Auf die Idee, Frauen umsonst ins Stadion zu lassen, kommen ja manche Vereine angesichts halbleerer Ränge. Der Stadionsprecher des 1. FC Saarbrücken hieß die Zuschauerinnen am 25. August dann aber gleich auch noch mit blöden Bemerkungen willkommen: "Liebe Frauen, das Grüne da unten ist der Rasen. Das Weiße sind die Tore. Das Rote, das ist der Gegner Sportfreunde Siegen. Jubeln dürft Ihr erst, wenn unsere Jungs ein Tor gemacht haben und die anderen netten Jungs auf den Rängen die Hände hoch reißen." Kritik dazu gabs in der Westfälischen Rundschau, von den Saar-Grünen, der 3. Welt Saar. Kommentare von F_in und Fare lassen sich hier nachlesen.
Als Frau allein im Stadion!?
Nö, das geht nicht, egal, was frau sonst im Leben so macht. "Es steht mir ja nicht zu die Bundeskanzlerin zu kritisieren, aber sie könnte ja ruhig mal ihren Mann mitbringen ...", moserte Steffen Simon (den wir spätestens seit seinem Spruch zu Totti und dessen Mädchenfrisur eh für einen Idioten halten). Der Mann hat natürlich Recht: Diese Kritik steht ihm überhaupt nicht zu.
Jenseits aller politischen Überzeugungen versichern wir die Kanzlerin unserer Solidarität, wenn es darum geht, als Frau ohne Mann ins Stadion zu gehen. Bringen Sie am besten nächstes Mal eine Freundin mit, Frau Merkel, dann kommt der Simon ganz durcheinander.
Prof. Gebauer erklärt uns die Welt …
… das ist der, der vor zwei Jahren zur EM erläutert hat, Frauen würden deswegen eher Länderspiele als BuLi gucken, weil sie vor allem daran interessiert sind, wie die Männer ihrer Horde (und ich zitiere hier) die Männer der anderen Horde (die eigentlich hübscher sind) davon abhalten, in ihr Tor einzudringen (!). aaaaaahhh. Wie dieser Artikel in der FAZ zeigt, hat er wenigsten ein kleines bisschen dazugelernt oder die FAZ veröffentlicht einfach auch nicht jeden Unsinn, ich glaube letzteres, denn in einem anderen Interview hat er vor kurzem noch genau den gleichen Quatsch gesagt wie damals. Und von anderen Zusammenhängen, beispielsweise sozialer, politischer oder historischer Art, ist hier auch nicht die Rede, sondern eher die Theweleit-Nummer, die es schon in den 50er-Jahren gab: Treten ist männlich etc.:
http://www.faz.net/s/Rub47986C2FBFBD461B8A2C1EC681AD639D/Doc~
E2DBC9F7AFFEB46F9A8F179591A021DF8~ATpl~Ecommon~Scontent.html
habe diesen artikel im büro verlesen und kollektives kopfschütteln und ein heidengelächter geerntet.
ich spiel ja auch kein fußball mehr, weil ich mir damit immer die nylonstrümpfe zerreisse und das wird mir am ende dann doch zu teuer. und dieses gerrechne mit den tabellen ging mir auch schon immer auf den geist. endlich versteht mich mal einer. danke!
Die WM naht – der Sexismus blüht
"Die Uhr tickt-nur noch 60 Tage bis zur WM! Deutschland, wo ist deine Fußballbegeisterung? Umfragen der Rentmeister KG bestätigen: Das Fieber ist noch immer nicht entfacht. Grund: Der Spielplan weist eine Lücke auf- uns fehlen die Cheerleader! Für alle, die endlich in Fußballstimmung kommen wollen und die gerne Mädels in den Stadien sehen würden, wird jetzt die Fussballfackel entzündet. Aus allen teilnehmenden Ländern der Fussball-WM wurden nur die besten Fanmädels gekastet, um für den Titel Miss Superball 2006 anzutreten! Superfrauen, die mit vollem Körpereinsatz für Ihr Land und Ihre Fussballer kämpfen.
Seien Sie dabei, entzünden Sie das deutsche Fussballfieber, entscheiden Sie mit, wer wird Miss Superball 2006!
Die komplette Kollektion "Miss Superball 2006" besteht aus fünf DVDs. Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, unsere aktuelle DVD-Kollektion kennenzulernen! Über kurze Rücksprache würden wir uns freuen.
Des Weiteren finden Sie unter www.superbabez.de zusätzliche Informationen zu "Miss Superball 2006"."
"Campino, 43, Sänger der Toten Hosen, vermisst bei Frauen die Begeisterung für den Fußball. Eine Frau würde nie verstehen, 'warum sich ein Mann fünf Stunden vor einem Fußballspiel mit tausend anderen singend vor dem Station herumtreibt', sagte er dem Playboy. Je älter er werde, desto klarer werde ihm, dass die Unterschiede zwischen Männer und Frauen doch sehr groß seien." (Notiz in der Süddeutschen Zeitung vom 10.11.2005)
- Ob's in Liverpool so zugeht, weiß ich nicht, aber bei Fortuna stehen samstags um neun selten mehr als fünf Männer singend vorm Stadion.
"Ladies Night" in Bern - ein abschreckendes Beispiel aus der Schweiz:
Mit der absolut doofen Kampagne - versuchen die Berner mehr Frauen ins Stadion zu "locken" (fragt sich warum eigentlich :-) ).
- Zum Glück wird beim Ladies-Night-Menü auch auf die Kalorien geachtet und wahrscheinlich wird auch extra kalorienarmes Bier angeboten...
Sehr geehrter Herr Johansson,
ihren Vorschlag, die stärkere Betonung weiblicher Reize zu Marketingzwecken für den Frauenfußball zu benutzen, können wir natürlich nur unterstützen. Schließlich haben sich auch die männlichen Kollegen im Fußball ihre horrenden Gehälter und die beachtlichen Einschaltquoten vor allem durch das Zurschaustellen körperlicher Vorzüge verdient. Das wissen ja alle, die sich mit Fußball auch nur ein bisschen auskennen. Nur so lässt sich Ihre Forderung „Die Frauen müssen akzeptieren, dass sie das Geld, das sie verdienen wollen, nur bei ausreichendem Zuschauer- und Sponsorenzuspruch kassieren können“, jedenfalls schlüssig nachvollziehen.
Vielleicht haben Sie sich aber über diese Variante noch gar nicht so recht Gedanken gemacht. Schließlich muss der sich neu erschließenden Zielgruppe „Frau“ im Männerfußball endlich einmal Rechnung getragen werden. Um aberwitzige Summen für Fernsehrechte und den Sicherheitswahn zu finanzieren, könnten ja zukünftig auch die Fußball-Herren in knappen Hosen und eventuell gar oberkörperfrei ihrem Sport nachgehen. Per Köperbemalung könnte die „Trikot“-Werbung auf diese Weise sogar wöchentlich gewechselt werden.
Was das alles noch mit Fußball zu tun hat? Nichts. Genau wie Ihre ebenso einfältige wie abgegriffene Marketing-Strategie „Sex sells“. Innovativer und für alle von größerem Nutzen wären stattdessen Funktionäre, die akzeptieren, dass sie den Sport, den sie vertreten wollen, nur bei ausreichendem Abbau von verkrusteten Denkstrukturen ausüben sollten.
Das jedenfalls wünscht sich F_in – ein Netzwerk von Frauen, die sich in verschiedensten Bereichen für den Fußball engagieren.
Für F_in: Steffie Wetzel
Chips raus aus dem Einkaufswagen
Zu einer dämlichen Funny-Frisch-Werbeaktion mit Cheerleader-Wackelpuppen:
http://www.taz.de/pt/2005/05/17/a0047.nf/text
Von wegen, der FC Bayern hält seine weiblichen Fans nur für blöde Tussis, die nicht mal drei Telefonnummern voneinander unterscheiden können. Frauen taugen schließlich allemal, um das Image aufpolieren: Die monatlichen Wahlen zur „Miss FC Bayern“ sollen beweisen, dass Fußballfans nicht immer nur männlich-bierbäuchig-blöd sind. Deswegen ruft der Verein junge Frauen über 16 Jahren auf, sich mit Porträt- und Ganzkörperfoto zu bewerben, um dann eventuell Miss FC Bayern der Saison, Miss Bayern überhaupt, Miss Deutschland und dann Verona Feldbusch zu werden. Das sind doch Perspektiven. Näheres hier.
Einen Haken hat die Sache allerdings: Frau muss nämlich nicht nur „durch ihr Äußeres überzeugen“, sondern auch noch ein echter FC-Bayern-Fan sein. Und das ist, wie wir wissen, alles andere als selbstverständlich – so können die Miss-Wahlen auch schon auf ihren ersten handfesten Skandal zurückblicken. Die gekürte „Miss August“ Tina segelte nämlich unter falscher Flagge. Wie empörte UserInnen des fcbayern.de-Forums dem Stadionsprecher und Wahlleiter Stephan Lehmann mitteilten, hat Tina sich im Forum mehrfach als Fan des VfB Stuttgart zu erkennen gegeben. Das geht natürlich nicht: Schärpe weg, Titel weg. Einzelheiten dieser Posse finden sich in der Erklärung von Stephan Lehmann (der sich, wie ich glaube, gemeinsam mit Gerd Delling Wortspiele ausdenkt). Hier lang
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